4.1 Mischbarkeit
von Motorenölen
Generell gilt, daß Motorenöle untereinander
mischbar sein müssen, unabhängig davon, ob es sich um synthetische oder
mineralölbasische Produkte handelt. Diese Forderung wird auch von den
Automobilfirmen erhoben. Vermischungen von Motorenölen verschiedener Marken oder
Zusammensetzungen sollten allerdings nur dann vorgenommen werden, wenn der
Nachfüllbedarf nicht anders gedeckt werden kann.
So ist es nicht
empfehlenswert, synthetische bzw. teilsynthetische Motorenöle mit
mineralölbasischen Motorenölen zu mischen, da hierdurch der höhere
Qualitätsstandard der synthetischen Öle herabgesetzt wird. Die sich einstellende
Qualität ist nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette.
4.2 Ölverbrauch
1. Mechanische
Einflussfaktoren (Motorkonstruktion)
- Kolbenringdesign: Kolbenringspiel => Ringstoßspiel, Ringnutenspiel,
Ringspannung
- Ventilschaftspiel, Schaftdichtungen
- Kurbelgehäuseentlüftung
- Einlaufzustand des Motors: Einlauf noch nicht abgeschlossen (Kolbenringe
noch nicht eingeläppt)
- Leckagen
- Defektes Kühlsystem (zu hohe Betriebstemperaturen)
- Betriebsbedingungen
2. Physikalisch-/Chemische
Einflussfaktoren(Motorenölformulierung)
- Hohe Verdampfungsneigung des Öles bei hohen Temperaturen
- Kraftstoffverdünnung => Abfall der Viskosität (Schlupf- und
Verdampfungsverluste)
- Starke Oxidation
- Hohe Schaumneigung
- Ölfüllmenge zu hoch (Panscharbeit)
- Abfall der Viskosität durch mechanische Beanspruchung (Viskositätsverlust
durch Abscheren)
4.3 Öldruckabfall
Ein Absinken des Öldrucks kann
im Wesentlichen 2 Ursachen haben: mechanische oder motorölbedingte Gründe.
4.3.1 Konstruktive bzw.
mechanische Ursachen für Öldruckabfall
Mögliche mechanische Ursachen
sind:
- Kapazität oder Funktionsstörung der Ölpumpe
- Fortgeschrittener Motorenverschleiß (Lagerspiel)
- Dimensionierung der Ölversorgungskanäle
- Zu niedrige Leerlaufdrehzahlen
- Positionierung, Funktion und Genauigkeit der Öldruckgeber
- Zu hohe Panscharbeit im Motor z.B. Konstruktion der Ölwanne
- Defektes Kühlsystem (zu hohe Betriebstemperaturen
4.3.2 Motorenöl und äußere Einwirkungen als Ursachen für
Öldruckabfall
Mögliche mechanische Ursachen sind:
- Zu starke Scherung des Öles (Viskositätsabfall)
- Zu hohe Kraftstoffverdünnungen
- Hohe Wasseranteile im Öl => Dampfblasenbildung und Schaum
- Hohe Schaumbildung - hohe Lufteinschlüsse
- Überfüllung (Öl)
- Überhitzung des Motorenöles, z.B. defektes Kühlsystem
4.4
Schaumbildung
Mögliche mechanische Ursachen sind:
- Eine Überfüllung der Motoren führt zu starker mechanischer Beanspruchung der
Öle => Lufteinschlüsse
- Zuviel Wasser im Öl (Dampfblasenbildung bei hohen Temperaturen)
- Öl mit schlechtem Luftabscheidevermögen
- Starke Verschmutzung des Öles
- Hohe Kraftstoffverdünnung ( Einfluß der Kraftstoffadditive)
Zu starke Schaumentwicklung im Öl führt zu erhöhtem Verschleiß und als Folge
zu Überhitzungen. Die Ölversorgung kann zusammenbrechen, wenn die Ölpumpe
"trocken läuft". Speziell Hydrostößel reagieren empfindlich auf starke
Schaumbildung.
Lufteinschlüsse in den Versorgungskanälen können zu
Funktionsstörungen führen und den Druckausgleich gefährden (Geräuschbildung).
Luftblasen im Öl können auch zu Materialschäden, z.B. an Pleuellagern führen.
Ein Aspekt ist die sogenannte Kavitation (Luftblasen implodieren unter hohem
Druck und führen zu schwerwiegenden Materialschäden).
4.5 Umölung von Mineralöl auf Syntheseöl
Ein
Wechsel von mineralölbasischen Motorölen auf synthetische Produkte stellt im
allgemeinen kein Problem dar. Bei Motoren mit hohen Laufleistungen (60.000
-100.000 km oder mehr), die mit einem Mineralöl betrieben wurden, können im
Laufe der Zeit Ölkohleablagerungen gebildet haben ( z.B. im Bereich der
Kolbenringe oder Ventilführungen) bzw. stark verschmutzt sein, da Mineralöle
thermisch nicht so stabil sind wie Syntheseöle.
Durch die reinigende
bzw. spülende Wirkung einiger synthetischer Motorenöle werden Verkokungen oder
Ablagerungen mit der Zeit beseitigt. Da dieser Reinigungsprozeß nicht an allen
Stellen im Motor gleichzeitig und gleichmäßig erfolgt, wie z.B. im
Kolbenringbereich, kann in der Übergangsphase ein leicht erhöhter Ölverbrauch
eintreten, der sich wieder normalisiert, wenn alle Ringe "freigespült" bzw.
freigängig sind.
Bei starker Verschmutzung eines Motors empfiehlt es
sich, das erste Intervall zu halbieren oder zu dritteln. Die Gefahr, daß
Ablagerungen großflächig abgetragen und Ölzuführungen verstopft werden, besteht
nicht.
4.6 Lagerfähigkeit von Motorölen
Schmierstoffe sollten frostfrei in geschlossenen, trockenen Räumen und
bevorzugt bei konstanter Raumtemperatur gelagert werden. Bei unsachgemäßer
Lagerung (starke Temperaturschwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit) kommt es durch "
Atmung der Gebinde " zur Aufnahme von Feuchtigkeit. Jedes Gebinde ist zwar
"flüssigkeitsdicht", jedoch nicht "gasdicht".
Wasser kann zu einer
Eintrübung und nicht zuletzt zu Ausfällungen im Produkt führen. Öle in
Kunststoffgebinden können bei langanhaltender direkter Sonnenbestrahlung
(UV-Licht) altern.
Das aufgedruckte Datum am Gebindehals stellt den Tag
der Herstellung dar.
Bei sachgemäßer Lagerung empfehlen wir eine max.
Lagerzeit von 3 Jahren.
4.7
Schwarzschlamm
Schwarzschlamm oder auch "Nitratschlamm" ist eine
zähfeste, teerähnliche Masse, die weder benzin- noch öllöslich ist. Befallene
Motoren können in der Regel weder durch synthetische Motorenöle, noch durch im
Markt erhältliche Ölschlammspülungen gereinigt werden.
Einflußfaktoren,
die zur Schwarzschlammbildung führen können:
- Kraftstoffqualität
- Stickoxidbelastung (NOX)
- Motorenkonstruktion
- Ölfüllmenge
- Ölwechselintervalle
- Motorenölqualität
- Temperatur
Prozeß der Schwarzschlammbildung:
Stickoxide aus der
Verbrennung reagieren bei hohen Temperaturen mit Sauerstoff und Bestandteilen
aus dem Kraftstoff und führen zur Bildung sogenannter "organischer Nitrate" bzw.
saurer organischer Verbindungen, die das Motorenöl frühzeitig altern lassen.
Wasser kann den Reaktionsprozeß beschleunigen.
Empfohlen ist der Einsatz
"schlammverhindernder" Leichtlaufmotorenöle.
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